Rote Armee Fraktion - Document
BackRAF, An die, die mit uns kämpfen, January 1986, 9 Seiten, Zusammen Kämpfen No 5 (Deutsch)
Title: An die, die mit uns kämpfen
Author: RAF
Date: Januar 1986
Source: Zeitung Zusammen Kämpfen Nr 5
Text: AN DIE, DIE MIT UNS KÄMPFEN
wir sagen heute, dass die erschiessung des gi in der konkreten situation im sommer ein fehler war, der die wirkung des angriffs gegen die airbase und so die auseinandersetzungen um die politisch-militärische bestimmung der aktion, wie der offensive überhaupt, blockiert hat.
es ist klar:
den gi zu erschiessen, war ein schritt zur eskalation, der selbst strategische qualität hat -
weil er bedeutet, den krieg gegen den us-imperialismus zu verschärfen in dem sinn, dass für uns alle angehörigen der us-streitkräfte an jedem ort und zu jeder zeit militärische angriffsziele sind.
so ging es bei der bestimmung des angriffs gegen die airbase ganz präzise um den schritt,
die zentren, basen der us-kriegsmaschine und diejenigen truppen, die unmittelbar im krieg zwischen revolution und imperialismus stehen, anzugreifen - also die interventions- und spezialtruppen, die offene und verdeckte militärische operationen gegen den befreiungskampf in der 3. welt vorbereiten und durchführen. die soldaten, die in der 3. welt massakrieren.
diese widersprüchlichkeit in den bestimmungen musste wie ein klotz in allen diskussionen wirken,
hat die orientierung der aktion verwischt und so natürlich - verstärkt dadurch, dass wir die id-card losgeschickt haben, ohne was dazu zu sagen - der staatsschutzpropaganda und auch einem haufen arschlöcher in der linken die munition geliefert für ihren versuch, den widerstand an der erschiessung des gi zu spalten, unseren fehler gegen die einheit der revolutionären front, in der der widerstand und wir uns im winter einen entscheidenden schritt weitergebracht haben, auszuspielen.
dass der knoten sich löst,
an der offensive wichtige und vorwärtstreibende auseinandersetzungen laufen, zeigt, wie weit der prozess der einheit schon ist,
und auch, wie notwendig die gemeinsame auseinandersetzung und die vermittlung der politik ist - wo wir selbst besser werden müssen.
wir wollen hier noch mal was sagen zu unserer bestimmung der aktion gegen die airbase - und in diesem zusammenhang auch zum angriff gegen die shape-school in oberammergau.
wir haben diese angriffe entwickelt, um den widerstand hier, in westeuropa, an dieser angriffslinie voranzubringen: us/nato-militärstrategie, für deren blitz- und atomkriegsplanungen westeuropa strategisches zentrum ist.
es ging um die kontinuität und weiterentwicklung der angriffe gegen die militärstrategie auf der grundlage des quantitativ und qualitativ gewachsenen widerstands in der brd und westeuropa gegen sie.
das bewusstsein hat sich im widerstand durchgesetzt:
die militärstrategie ist das äusserste mittel der politik der imperialistischen staatenkette, auf die alle politischen, ökonomischen und sozialen mittel abgestimmt sind;
sie
dagegen hat sich der widerstand quer durch westeuropa und vor allem in der brd in seinen politisch-militanten kampagnen und im zusammenwirken mit den angriffen der guerilla eine starke kraft erobert, sind die ersten realen schritte zur einheit des antiimperialistischen kampfes in westeuropa gemacht.
von dieser
der kampf gegen die imperialistische kriegsstrategie ist unsere unmittelbare materielle funktion und unsere möglichkeit im internationalen befreiungskrieg:
DIE REVOLUTIONÄRE FRONT IN WESTEUROPA KANN DIE MASCHINE, DIE SIE IN UND AUS DEN ZENTREN IHRER MACHT HOCHZIEHEN UND LOSJAGEN WOLLEN, BLOCKIEREN UND IN DIESEM KAMPF BEWUSSTSEIN UND NEUEN WIDERSTAND GEGEN DAS SYSTEM, DESSEN WESEN VERNICHTUNG IST, SCHAFFEN.
wir haben den angriff gegen die airbase aus dem konkreten kräfteverhältnis bestimmt, das in der reaktion der imperialistischen kette auf die offensive im winter evident geworden ist.
ES WAR DIE REAKTION DES GESAMTSYSTEMS AUF DIE ERÖFFNUNG DER REVOLUTIONÄREN FRONT IN WESTEUROPA.
aus der dialektik der kämpfe, dem strategischen durchbruch der westeuropäischen guerilla im zusammenhang und in
die nato-krisenstäbe waren das zentrum, in dem die entscheidungen gefallen sind. die intervention von shultz bei den westeuropäischen regierungen, die hektischen reisen spadolinis in seiner funktion als europarats-vorsitzender in dieser zeit, die erklärungen der nato-botschafter und die von soares, mitterand, kohl... waren der politische ausdruck dafür, dass die westeuropäischen regierungen sich auf der linie der amerikanischen strategie - prävention und vergeltung gegen den internationalen revolutionären kampf - vereinheitlicht hatten. die umsetzung dieser gesamtimperialistischen räson hier war die entscheidung, gefangene zu ermorden, um dem politischen sieg der front einen harten schlag zu versetzen.
das war für uns die subjektive und objektive situation, aus der wir uns entschieden haben, den nächsten angriff gegen die us-militärstrategie - als dem kern ihrer reaktionären formierung und ihrem politischen ausdruck: die vereinheitlichte staatspolitik der imperialistischen kette gegen den revolutionären kampf in westeuropa und der 3. welt - zu machen.
WEIL ES DIESE STRATEGIE UND DIESE EINHEITLICHE MACHTSTRUKTUR IST, MIT DER DER WIDERSTAND, DIE REVOLUTIONÄRE FRONT HIER DIREKT ZUSAMMENSTÖSST - UND DAS NIVEAU, AUF DEM DIE KONFRONTATION
die entwicklung des konterrevolutionären kriegs hier seit dem winter macht das vollkommen klar:
die linie der psychologischen kriegsführung gegen den widerstand - "terror auf den strassen", "200 legale raf-mitglieder", "die 4 ebenen der raf", "raf in der hafenstrasse" usw. - und gegen die guerilla - "kriminelle mörder/tiere/pest" - ist ihr versuch, den revolutionären widerstand zu denunzieren und politisch von der bevölkerung abzuschotten, um ein klima zu schaffen, in dem sie freie hand haben für alle repressiven massnahmen. in diesem zusammenhang steht auch, dass in den medien absolut kein wort mehr rüberkommen soll über die ursachen und ziele des widerstands, sondern nur noch "terror und blut"; dass nicht mehr über den mord an günther saré geredet wird, sondern über den "mob auf der strasse" und den "neuen terrorismus" oder - wo es aktuell als spitze läuft - nicht mehr über die massaker der imperialisten am palästinensischen volk, sondern über "blutrünstige wahnsinnige", wenn die kämpfer den krieg dahin zurücktragen, wo er geplant und politisch abgesegnet, die zionistenarmee mit waffen eingedeckt wird.
sie wollen durch ihren psychologischen krieg bei den menschen in den metropolen identifikation dafür erzwingen, dass alle, die gegen den imperialismus kämpfen, für vogelfrei erklärt und zur vernichtung "freigegeben" werden; der eskalierende bullenterror gegen den widerstand - bis zum gezielten anschlag und mord - hunderte ermittlungsverfahren, massenverhaftungen;
die projekte des staatsschutzes, mit denen er schritt für schritt die permanente kontaktsperre gegen die gefangenen durchsetzen will, indem die identität und der kampf der gefangenen kriminalisiert wird ("raf im knast"/"hungerstreik ist eine raf-aktion") - und damit alle, die mit ihnen kämpfen.
der ganze terror ist ausdruck der politischen agonie des imperialistischen systems in der krise - das gegen den revolutionären kampf politisch schon verloren hat und nur noch gewaltsam versuchen kann zu verhindern, dass revolutionäre politik sich hier weiter verankert. sie wissen, dass, wenn die front sich hier und in westeuropa weiter durchsetzt - zu politisch-militärischer handlungsfähigkeit kommt und in den auseinandersetzungen zwischen widerstandsbewegungen und staat zur orientierung wird - risse in ihrem formierungsprojekt entstehen, die zur wirklichen friktion werden können und so das westeuropäische zentrum erschüttern. von dieser
DIE FRONT KANN DIE FASCHISTISCHEN VORSTÖSSE DES STAATES NUR BRECHEN, INDEM SIE SIE AUF ALLEN EBENEN UND AN ALLEN ABSCHNITTEN DES KAMPFS MIT DEM BEGRIFF DER SCHÄRFE DER REALEN KONFRONTATION ANGREIFT.
für uns ging es nach dem winter auch darum, am
und im winter ist auch klargeworden, wie der widerstand mit dem reformismus fertig wird: da, wo revolutionärer widerstand die durchschlagende orientierung ist, muss jeder reformismus zerplatzen, sich zeigen als das, was er ist: krisenmanagement gegen die radikalität der umwälzung, die in allen auseinandersetzungen zwischen widerstand und staat hier aktuell geworden ist. die reformisten haben denen, die sich in ihrem protest und widerstand ernst nehmen,
das sind die erfahrungen, die für viele in den widerstandsbewegungen in den konfrontationen der letzten jahre gelaufen sind - und aus diesen erfahrungen wächst die mögliche nähe zu revolutionärer politik.
das ist der politische boden, auf dem die dialektik von guerilla, widerstand und massenantagonismen in den metropolen entsteht und neue möglichkeiten für die weitere verankerung revolutionärer politik freisetzt.
DER PROZESS DER UMWÄLZUNG LÄUFT ÜBER DIE KONTINUITÄT DER ANGRIFFE - ODER GAR NICHT.
wir wollten nach dem winter die front aus den veränderten subjektiven und objektiven bedingungen im praktischen prozess weiterbringen - d. h. uns das, was die front sich hier und in westeuropa erkämpft hat, und die reaktionen der imperialistischen bourgeoisie darauf, als neuen ausgangspunkt für den kampf aneignen und daraus die politisch-militärische offensive bestimmen. zusammen mit denen, die das aus ihrem subjektiven prozess wollten - bewusstsein der eigenen stärke auszugehen und das erreichte zu festigen und weiterzuentwickeln; damit anzufangen, die diskussionen für den prozess der strategie gemeinsam zu führen und eine neue qualität politisch-militärischer organisierung der front zu erreichen: in der bestimmung der inhalte und ziele des revolutionären kampfs hier, seiner praktischen initiativen, und im aufbau selbstbestimmter, kollektiver strukturen für den kampf, den schritt nach vorn zu machen - und so auch den ewigen kreislauf von aufbruch - abfuck in resignation, entschlusslosigkeit, vereinzelung - und wieder alles von vorne - zu durchbrechen.
sicher, die offensive war noch schwach, und wir haben fehler gemacht. aber in ihr waren schon neue möglichkeiten enthalten, wie sich der praktische zusammenhang zwischen dem militanten widerstand und uns entwickeln kann. wir sagen nicht, dass die offensive alle fragen, die im widerstand und natürlich auch für uns zu klären sind, beantwortet hat.
das ist aber nie so.
wie sich der revolutionäre prozess hier entwickeln kann, kriegen wir sicher nicht nach der devise "eins nach dem anderen" raus, sondern nur im angriff selbst: in der zerstörung der imperialistischen macht und dem aufbau unserer revolutionären gegenmacht - ihren politischen bestimmungen, ihren konkreten strukturen, ihrem
WIDERSTAND - WIE WIR IHN BESTIMMEN, ZIELT UND ORIENTIERT AUF DIE ZERSCHLAGUNG DES SYSTEMS.
er zielt auf den praktischen umsturz der realen gesellschaftlichen verhältnisse, die radikale umwälzung der lage in der metropole.
er hat radikale veränderung
nur im kampf, der radikal mit allem bricht, was die menschen immer wieder in die tödliche mühle des systems zurücklenkt,
der zeigt, dass und wie es möglich ist, das system in die politische krise zu stürzen - indem er den
die praktische entwicklung des widerstands selbst macht es einfach klar: der schritt, der jetzt kommen muss, ist die intensive konzentrierte auseinandersetzung zwischen denen, die die bewusste entscheidung getroffen haben, in der front zu kämpfen - oder die das wollen - darum, wie der revolutionäre kampf hier weiterentwickelt, organisiert zur
das ist das unmittelbare ziel jetzt - wie es gleichzeitig die bedingung dafür ist, dass mehr menschen, die sich gegen einzelne projekte des staates wehren, im revolutionären kampf die perspektive für sich sehen und selbst anfangen. darin entwickelt sich ein
dass der prozess der front nicht bruchlos und hier jetzt nicht massenhaft läuft - ist klar. er hat aber jetzt schon durch seine praktischen initiativen, in denen es für jeden sichtbar um den
DIE KEIME UND FORMEN DER REVOLUTIONÄREN MACHT ENTSTEHEN IM PROZESS DES REVOLUTIONÄREN KAMPFS.
selbstbestimmung, kollektivität gibt es nicht ausserhalb vom kampf, sondern nur, indem sie der macht abgerungen und die mauern zwischen den menschen eingerissen werden -
dieser prozess ist nur möglich und lebt durch die entscheidung und anstrengung jedes einzelnen, der sich über das gemeinsame ziel: die zerschlagung des systems und die revolutionäre umwälzung - in den zusammenhang der front stellt, in der ganzen konsequenz, als ganzer mensch.
DIESER SUBJEKTIVE SPRUNG IST DAS ENTSCHEIDENDE, VON DEM ABHÄNGT, WIE WEIT DIE FRONT HIER KOMMT.
das ist zugleich der boden, auf dem sich alle zusammenfinden, die aus ihrem subjektiven prozess und der gemeinsamen politischen bestimmung zu praktischen vorstellungen kommen, sich die bedingungen ihrer handlungsfähigkeit schaffen, illegales bewusstsein entwickeln,
organisierung, wie wir sie begreifen, ist bestimmt für den kampf, den offenen prozess derer, die kämpfen; ihre subjektive entwicklung, ihre sprünge und immer neuen entscheidungen nach vorn. selbstbestimmung und die volle verantwortlichkeit jedes einzelnen sind an jeder stelle des kampfes hier von anfang an substantiell.
es ist absolut
ES GEHT IMMER UM SUBJEKTIVE AKTION. WILLE, POLITISIERUNG, BEWUSSTE ENTSCHEIDUNG - POLITIK.
das wollten wir auch mit der aktion im sommer: dass jeder sein eigenes verhältnis klärt, den bruch vertieft, sich selbst in diesem krieg bestimmt und das bewusstsein für die konfrontation schärft. und wir sagen: genau das ist gelaufen.
uns war klar, dass unsere entscheidung zur eskalation im sommer in der aktion gegen die airbase nicht sofort und von allen im widerstand als richtiger und notwendiger schritt der front begriffen wird, dass wir damit diskussionen anstossen, genossen sich - so oder so - entscheiden, wie sie sich in diesem krieg bestimmen - und dass alle widersprüche, unterschiedlichen vorstellungen über die entwicklung der front aufeinanderknallen. aber wir waren uns sicher, dass die subjektive entwicklung hier so weit ist, dass unser sprung
natürlich haben wir durch unsere fehler: nicht genauer politisch klarzumachen, wie wir den angriff bestimmt haben, und durch das schweigen zu dem gi, so dass keiner mehr wissen konnte, ob es eine counter-aktion war - die auseinandersetzungen sehr schwer gemacht und debatten ausgelöst, die
wir haben am anfang die widersprüche nicht begriffen. vor allem hatten wir nicht damit gerechnet, dass die neutralisierungsfesseln im widerstand noch so festsitzen, die der staat durch seine counterkampagnen erzwingen wollte -
vor allem 1982, gegen die starken militanten aktionen, die überall in der brd gegen die us-macht gelaufen sind.
"man darf keine gi's angreifen" - was dann so stehengeblieben ist, und was bei manchen so weit geht, dass sie die us-streitkräfte einer klassenanalyse unterziehen.
dazu sagen wir: diese frage hat das international kämpfende proletariat längst entschieden. in lateinamerika, südostasien, im nahen osten... und hier auch.
viele wollten von uns nur die totale selbstkritik und wir waren wütend, wollten nicht glauben, dass
wir sind oft gefragt worden, warum wir diesen schritt - die soldaten auf der airbase anzugreifen - überhaupt gemacht haben, welche wirkung und perspektive das haben kann.
es ist eine konkrete frage, wie der revolutionäre widerstand die imperialistischen staaten und den us-imperialismus als aggressivsten faktor daran hindern kann, ihre ausrottungsstrategien von hier aus in ruhe zu planen und durchzuführen; d.h. wie wir sie politisch so unter druck setzen, dass ihre pläne blockiert sind, bevor sie sie ausführen.
westeuropa ist zum zentrum der imperialistischen kriegführung geworden. zusätzlich zu der tatsache, dass hier die kommandozentralen und die logistische basis für den atomaren und konventionellen krieg gegen die befreiungsbewegungen in asien, afrika, nahost und die sozialistischen staaten im osten sind, muss der revolutionäre widerstand davon ausgehen, dass
die entlastung der us-militärmaschine durch die "europäische nato-säule", konkret hier: die fusion der westdeutschen und französischen streitkräfte als bedingung für die freisetzung von truppen in westeuropa, die dann in der 3. welt eingesetzt werden können, ist ein - militärischer - grund für die eile, mit der die militärstrategen auf die fähigkeit zusteuern,
und heute schon:
truppentransporte über die airbase ramstein; die kriegsflotte in neapel, 4 000 soldaten, die luftwaffe und delta force in siconella, die bereitstehen um gegen den arabischen befreiungskampf loszuschlagen; special forces in frankfurt, stuttgart, ramstein, berlin, bad tölz für einsätze in der 3. welt und gegen den widerstand hier; teile der rdf in berlin (von der gleichen einheit, die im nahen osten stationiert ist und von denen 250 soldaten in neufundland das ende gefunden haben, das sie verdienen) usw.
die fähigkeit, krieg zu führen, ist für sie kaum eine technische frage. die
befreiungskrieg ist keine materialschlacht. für uns geht es immer um die politische wirkung, die der militärische angriff entwickelt -
wir haben gesagt (mai 1982):
DIE AUSEINANDERSETZUNG HAT SICH NACH VIETNAM VON EINER KONFRONTATIONSSTELLUNG - ZENTRUM DES BEFREIUNGSKRIEGES, FRONT UND HINTERLAND, ZU EINER LINIE HIN VERSCHOBEN, DIE QUER DURCH JEDEN ABSCHNITT, JEDEN KONTINENT, JEDES LAND GEHT. WEIL JEDER ABSCHNITT AUS SEINER BEDEUTUNG IM GESAMTSYSTEM ZUM AUSLÖSER DES EINSTURZES DES KRÄFTEVERHÄLTNISSES WERDEN KANN - UND SO TENDENZIELL ZUR FRONT DES BEFREIUNGSKRIEGS.
das ist der prozess, in dem die imperialistische macht zersplittert wird - durch die tendenz zur vereinheitlichung der kämpfe an allen abschnitten der gemeinsamen wirkung, die sie heute schon erreichen - und dem wachsenden bewusstsein, dass die befreiung vom imperialismus nur möglich wird im zusammenwirken der revolutionären kämpfe weltweit.
indem die front hier angreift, erschüttert sie die handlungsfähigkeit des gesamtsystems, zersplittert seine kräfte - und in der dialektik der entwicklung des kampfs auch seine militärische macht.
es ist einfach die frage, wie weit wir nach vorn kommen oder wie weit sie nach vorn kommen.
die front hier kann verhindern, dass sie die politischen und militärischen voraussetzungen dafür schaffen, den krieg an allen fronten zu führen.
wenn wir sagen: militärische interventionen in der 3. welt - dann meinen wir damit die von den imperialisten finanzierten, ausgebildeten contra-banden in nicaragua, angola, mosambique...; die angriffe gegen den palästinensischen und libanesischen widerstand, die bombardierung der lager; den einsatz von terrorkommandos der special forces gegen die guerilla weltweit; den schmutzigen krieg dieser bestien gegen die kämpfenden völker, die bomben gegen die bevölkerung; die massaker in kurdistan, die der türkische staat gemeinsam mit der nato organisiert. also der krieg, der heute die realität ist - auch ohne die "grosse" intervention - zu der sie als mittel jederzeit greifen werden, wenn der revolutionäre kampf und widerstand in der 3. welt und den metropolen ihnen nicht die politisch-militärische grenze setzt.
es kann für uns heute nicht darum gehen, die kräfte des imperialismus
militante angriffe gegen die us-/nato-infrastruktur sind deswegen wirkungsvoll und richtig, weil sie den imperialisten materiell die sicherheit zerstören, dass ihre maschine, wenn sie sie einsetzen wollen, so reibungslos funktioniert, wie sie es dann brauchen, und wenn sie sich hier in ihren militärischen einrichtungen belagert fühlen müssen, weil sie überall angegriffen werden, ist das nur gut. das trifft die soldaten selbst und die strategen des kriegs ins mark. die planung, kalkulierbarkeit des einsatzes ist für ihre kriegspläne einfach unentbehrlich - genauso wie "motivierte soldaten". deshalb haben angriffe auf dieser linie strategische qualität - nicht weil der widerstand ihnen alle technischen mittel zerstört.
die fmln sagt:
"WENN WIR DAVON REDEN, DEN US-IMPERIALISMUS ZU TREFFEN, REDEN WIR VON SEINEN LEUTEN, NICHT VON SEINEN MASCHINEN UND NICHT VON SEINER TECHNOLOGIE - DENN ES SIND SEINE LEUTE, SEINE MORAL UND DIE SACHE, DIE SIE VERTEIDIGEN, DIE ENTSCHEIDEND SIND, OB SIE DEN KRIEG VERLIEREN ODER GEWINNEN."
das ist auch unsere bestimmung wie die jeder guerilla und jeder kämpfenden front, die egal wo und aus welchen spezifischen bedingungen gegen den us-imperialismus kämpft.
dabei ist das ziel unserer aktion nicht - und kann nicht sein -, dass sie hier jetzt abziehen. hier zieht keiner ab. die entwicklung wird vielmehr so sein, dass us-militärs hier das kommando übernehmen, wenn der brd-staat so erschüttert ist, dass er nicht mehr handlungsfähig ist.
worum es geht, ist, sie hier mit antiimperialistischer politik, revolutionärem kampf zu konfrontieren - weil es
das andere ist, dass es natürlich enormen druck auf die us-regierung und ihre militärpolitik bewirkt, weil der bevölkerung in den usa immer klarer wird, dass der us-imperialismus weltweit krieg führt und genau so und genau deswegen angegriffen wird. angriffe gegen die us-streitkräfte zielen also immer auch auf die widersprüche gegen die kriegspolitik! - und mit jedem angriff wird die propaganda mehr zerstört, mit der jede us-regierung
an den reaktionen des brd-staates auf die angriffe gegen die us-macht hier wird zugleich seine interessenidentität und eine seiner zentralen funktionen seit 1945 - herrschaftssicherung im zentrum im interesse des us-kapitals - offen. für die militärische us-präsenz hier eine bedingung - wie sich umgekehrt die "brauchbarkeit" jedes regimes zuerst daran misst, wie es die us-strategie hier und in westeuropa durchsetzen und ihr reibungsloses funktionieren sichern kann.
bei der bestimmung der offensive im sommer ging es um die politisch-praktische orientierung der front an dieser angriffslinie, den schritt nach vorn im angriff gegen die militärstrategie.
DEN FEIND DEMORALISIEREN, DEN APPARAT ERSCHÜTTERN, DIE KRIEGSMASCHINERIE STÖREN, SABOTIEREN - AUS DER FUNKTION BRINGEN.
die weiterentwicklung der praxis der front an dieser linie ist zentral - aber nicht alles. angriffe gegen die us-/nato-militärstrategie und gegen den imperialistischen staat sind zwei operative linien
AD und wir haben das kommando nach george jackson benannt, weil er für uns, wie für alle, die in den metropolen kämpfen, orientierung ist. er ist als jugendlicher wegen eines überfall auf eine tankstelle zu "unbegrenzter dauer" knast verurteilt worden und hat sich, im gefängnis isoliert - aus der totalen defensive, in die der staat jeden zwingen will, der sich seinem absoluten machtanspruch verweigert - politisiert und im zusammenhang des aufbruchs in den metropolen, dem starken widerstand gegen den krieg in vietnam eine wichtige funktion gehabt. zäh, nicht mehr abzubringen, entschlossen, auf leben und tod zu kämpfen, hat er sich revolutionäre identität erkämpft und gegen den permanenten terror der bullen bewahrt, ist kader der black panthers geworden und beispiel für den antiimperialistischen widerstand in den usa und westeuropa. er verkörpert den bruch in der metropole, den kampf im "herzen der bestie" und die einheit des revolutionären widerstands in den metropolen.
wir haben gesagt:
proletarischer internationalismus ist das fundamentale bewusstsein für den revolutionären kampf in den metropolen. er ist die identität der ausgebeuteten und unterdrückten im weltweiten kampf gegen die herrschaft des kapitals und das wissen, dass das ziel der völligen zerschlagung des imperialistischen systems erst dann real wird, wenn diese perspektive auch in den zentren seiner macht eröffnet ist. das heisst: wenn wir die imperialistische bourgeoisie
die westeuropäische guerilla entwickelt im angriff die strategie, die die punktuellen und partiellen kämpfe gegen die lebensrealität im imperialistischen system als prozess des kampfs um befreiung fasst, die massenantagonismen in der politischen bestimmung und praxis des revolutionären kampfes vereinheitlicht und daraus DIE FRONT DES BEFREIUNGSKRIEGES HIER AUFBAUT.
jeder, der hier anfängt zu kämpfen, erfährt es oder kann es erfahren: die lebensbedingungen hier - metropolenrealität - ist bestimmt von den vereinheitlichten kapitalbewegungen der internationalen monopole, der vereinheitlichten strategie der imperialistischen bourgeoisie zur lösung der globalen politischen, ökonomischen, sozialen krise des systems; ein system, das weltweit dimensionen von vernichtung, ausbeutung, verelendung -
wir bestimmen unseren angriff aus der entwicklung des widerstands, dem
DEN REVOLUTIONÄREN KRIEG FÜHREN. KÄMPFEN HEISST LEBEN.
rote armee fraktion
januar 1986
